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Jahresanfangsinterview mit Ersten Bürgermeister Hans Wagmann

Rege Bautätigkeit im „verflixten zweiten Jahr“

Jahresanfangs-Interview mit den Bürgermeistern der Gemeinden im südlichen Landkreis – Heute: Johann Wagmann (Ering)

Zum Jahresanfang führten wir wie schon 2021 Interviews mit den Bürgermeistern der Gemeinden im südlichen Landkreis. Neben einer Rückschau auf die wichtigsten Ereignisse stand dabei besonders der Ausblick auf eine
Zeit voller Unwägbarkeiten im Fokus. Heute beginnen wir mit Johann Wagmann, Bürger- meister von Ering.

Herr Bürgermeister, bei der ersten Frage ist etwas Fantasie gefragt: Wenn Sie das vergangene Jahr 2021 mit dem Titel eines bekannten Kinofilms beschreiben müssten, welcher wäre das?
Wagmann: In Bezug auf die Corona-Pandemie: „Das verflixte 2. Jahr“. Sollte der Filmtitel nicht exakt mit dem Original übereinstimmen, bitte ich dies zu entschuldigen. Ich gehe nicht besonders oft ins Kino.

Was war das schönste Ereignis 2021 in Ihrer Arbeit als Rathauschef?
Anlässlich meines 60. Geburtstags haben mich sowohl die Kinder des Kindergartens Bruder Konrad im Eringer Rathaus als auch die Eringer Grundschüler besucht und mir je ein Ständchen vorgesungen. Darüber habe ich mich – neben vielen weiteren positiven Ereignissen 2021 – besonders gefreut.

Und worüber haben Sie sich so richtig geärgert?
Im Moment fällt mir hierzu (erfreulicherweise) nichts Konkretes ein.

Was war die wichtigste Baumaßnahme (oder Aktion), die vergangenes Jahr in Ihrer Gemeinde beendet werden konnte?
Das Jahr 2021 war in der Gemeinde Ering generell durch eine rege Bautätigkeit geprägt. So konnten z. B. die beiden Großprojekte „Erweiterung des Kindergartens Ering“ und „Wiederherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung Ering-West“ abgeschlossen werden.

Welche anderen wichtigen Projekte konnten 2021 im Gemeindebereich gestartet oder beendet werden?
Als Stichpunkte für Projekte, welche 2021 gestartet worden sind, kann ich Ihnen u. a. nennen: Förderantragstellung Radweg Ering-Münchham, Bauleitplanung Baugebiet „Münchham“ bzw. „St. Anna Straße I“ sowie „Neubau eines Feuerwehrhauses für die FFW Münchham“.

Was sind im Jahr 2022 die größten „Baustellen“ bzw. Investitionen in Ihrer Gemeinde?
Nach Erhalt eines hoffentlich positiven Förderbescheids durch die Regierung von Niederbayern soll der Radwegebau Ering-Münchham weiter vorangetrieben werden. Außerdem sollen neues Bauland geschaffen sowie ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept zum einen, und ein Kommunales Denkmalkonzept (kurz: KDK) zum anderen erstellt werden. Beide Konzepte dienen letztlich als Grundlage für mögliche weitergehende Maßnahmen.

Was kommt dieses Jahr sonst noch an großen Herausforderungen auf die Gemeinde zu?
Für die jungen Radfahrer in Ering ist die Errichtung eines Trailparks geplant. Weiter soll die Mobilfunkversorgung im Gemeindegebiet durch den Bau zusätzlicher passiver Infrastruktur verbessert werden.

Die Gemeinde liegt an der künftigen A94. Was sind hier die wichtigsten Forderungen der Gemeinde und wie sind die Aussichten, dass sie auch erfüllt werden?
Die drei wichtigsten Anliegen sind nach wie vor: „Trassenführung so tief wie möglich“, „umfangreiche Maßnahmen zum Lärmschutz, bevorzugt Erdwall statt Lärmschutzwand“ und „Querungsmöglichkeit auf Höhe Loh“. Ich bin grundsätzlich zuversichtlich, dass diese Forderungen auch erfüllt werden können.

Zweimal hintereinander ist der Kirta schon wegen Corona ausgefallen. Gibt es einen Plan B, ihn heuer in geänderter Form, also coronagerecht, durchführen zu können? Eventuell schon einige Wochen früher?
Voraussichtlich Anfang Februar wird sich der Kirta-Ausschuss der Gemeinde Ering u. a. mit dieser Frage befassen. Da ich der Entscheidung des Gremiums nicht vorgreifen möchte, bitte ich um Verständnis dafür, dass ich Ihnen – zumindest im Moment – hierzu keine endgültige Antwort geben kann.

Die Malzfabrik soll nun doch zum Kulturzentrum ausgebaut werden. In welchem Umfang kann die Gemeinde hier Unterstützung leisten?
Die Gemeinde hat die Malzfabrik in das KDK mit einbezogen. Mit Hilfe dieses Konzeptes können bestenfalls neue Erkenntnisse dahingehend gewonnen werden, wie dieses ambitionierte Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann.

Die Eringer Hausarzt-Praxis war letztes Jahr von der Schließung bedroht. Sie hatten ja Hoffnung, einen Nachfolger zu finden. Wie ist die Sache letztlich ausgegangen?
Ich bin bereits seit längerer Zeit aktiv auf der Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin für die Hausarztpraxis. Verhandlungen mit allen hier einzubeziehenden Stellen, wie beispielsweise der Kassenärztlichen Vereinigung oder potenziellen Förderstellen, laufen. Mehrere meines Erachtens ausnahmslos geeignete Kandidaten haben sich bereits persönlich bei mir vorstellt und die bestehende, hervorragend ausgestattete Praxis vor Ort besichtigt. Obgleich diese intensiven Bemühungen bisher nicht in einer tatsächlichen Nachbesetzung mündeten, bin ich – schon allein aufgrund der stetigen Anfragen – auch hinsichtlich dieses, für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ering besonders relevanten Themas nach wie vor zuversichtlich.
Stichwort „Digitales Rathaus“: Welche Formulare stellt Ihre Gemeinde-Homepage den Bürgern zur Verfügung, damit er sich Behördengänge ersparen kann?
Nachdem im vergangenen Jahr der Internetauftritt der Gemeinde Ering in erster Linie optisch grundlegend neu gestaltet worden ist, sollen im aktuellen Jahr die Inhalte entsprechend aktualisiert werden. Die Umsetzung „Digitales Rathaus“ steht also gewissermaßen in den Startlöchern.

Was unternimmt eigentlich Ihre Gemeinde in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz?
Das Thema Nachhaltigkeit genießt in der Gemeinde eine durchaus hohe Priorität. Vor allem bei Neubaumaßnahmen wird auf nachhaltiges Bauen geachtet. So wurden z. B. die vor nicht allzu langer Zeit neu errichteten Bauhofgebäude mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. In der Folge werden nun sowohl der Bauhof als auch die benachbarte Kläranlage überwiegend mit erneuerbarer Energie versorgt. Weiter ist für 2022 die Schaffung einer Ladestation für Elektrofahrzeuge geplant.

Wie schaut es mit der Ausstattung Ihrer Feuerwehren aus? Was wurde letztes Jahr angeschafft? Was ist für 2022 geplant?
Im vergangenen Jahr ist mitunter ein neues Mehrzweckfahrzeug für FFW Ering beschafft worden. Auf den geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses für die FFW Münchham habe ich ohnehin bereits hingewiesen. Im Übrigen erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit allen Ortsfeuerwehren bezüglich des eventuellen sonstigen Bedarfs. Zusätzliche Schutzhelme für neu gewonnene Kräfte oder Schnittschutzhosen für Einsätze mit der Kettensäge kann ich hier als weitere Beispiele für tatsächliche Anschaffungen aus dem vergangenen Jahr nennen.

Zur Breitbandversorgung: Wie ist da der aktuelle Stand? Was muss noch erledigt werden, um allen Anwesen schnelles Internet zu ermöglichen? Was wird das die Gemeinde etwa kosten und wann ist mit einem Abschluss zu rechnen?
Ering hat sich hinsichtlich der Breitbandversorgung dem sogenannten „Cluster Süd“ angeschlossen. Dieser Zusammenschluss der Gemeinden Kirchdorf am Inn, Stubenberg, Tann, Reut und Wittibreut soll den Breitbandausbau wesentlich vorantreiben. Zeitliches Ziel ist das Ende des Jahres 2024. Der größte Teil der Gesamtkosten in Höhe von ca. 24 Millionen Euro entfällt mit knapp 5 Millionen Euro übrigens auf die Gemeinde Ering. Erfreulicherweise kann die Finanzierung im Wesentlichen über Fördermittel bewältigt werden.

Wie schaut’s mit Baugebieten aus – sowohl für Gewerbe wie auch für Wohnungsbau? Ist noch was vorhanden? Kann oder soll was ausgewiesen werden?
Die Erschließung neuer Gewerbegrundstücke scheitert derzeit an der Verfügbarkeit entsprechender Flächen. Demgegenüber rechne ich fest damit, dass im Jahr 2022 einige neue Bauparzellen in Ering angeboten werden können. Da ich generell der Ansicht bin, dass sich Bauwillige ihren Traum vom Eigenheim in Ering erfüllen können sollten und auch die Niederlassung von neuen bzw. die Erweiterung bestehender Unternehmen nicht am Mangel entsprechend geeigneter Flächen scheitern sollte, bin ich für jeden Hinweis auf zum Verkauf stehende Grundstücke in, aber auch um Ering dankbar.


Das Gespräch führte Franz Gilg.

 

Quelle: PNP 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Ering
Do, 20. Januar 2022

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