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Förderzusage: So viel Geld gibt’s vom Bezirk Niederbayern für die Malzfabrik in Ering

Die gute Nachricht aus Landshut hat Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich (CSU) dem Verein „Projekt Malzfabrik Ering“ (Landkreis Rottal-Inn) vergangenen Dienstag persönlich überbracht: Der Bezirk Niederbayern fördere die Teilinstandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudes mit 28 800 Euro, so Heinrich bei seinem Besuch in der Malzfabrik.

Konkret sind die Mittel im Zuge der Förderung der Denkmalpflege für die Notsicherung der nordwestlichen Gebäudeecke vorgesehen. Der Kultur-, Jugend- und Sportausschuss des Bezirks Niederbayern hatte in seiner Sitzung Ende März dafür gestimmt. Heinrich habe sich über die positive Entscheidung gefreut, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirks Niederbayern zum Besuch des Bezirkstagspräsidenten in Ering.

 

Teil des Gebäudes stürzte im Vorjahr ein

Die Vorgeschichte: Der Verein „Projekt Malzfabrik“ hat es sich zum Ziel gesetzt, das Industriegebäude aus dem späten 19. Jahrhundert zu erhalten. Die Malzfabrik hatte in den Jahren zwischen 1900 und dem Zweiten Weltkrieg Brauereien bis nach Oberitalien und rund 30 kleine und mittlere Brauereien im Rottal versorgt. 1970 wurde die Fabrik aber stillgelegt.

Im September vergangenen Jahres gab es für den Verein „Projekt Malzfabrik“, was die weiteren Planungen betraf, allerdings einen bedeutenden Rückschlag: Die nord-westliche Ecke der Malzfabrik stürzte ein. Das Landratsamt Rottal-Inn ließ daraufhin das Gebäude behördlich sperren. Wegen „Lebensgefahr“, wie auf einem Hinweisschild zu lesen war.

 

In der Jahreshauptversammlung des „Malzfabrik-Vereins“ stellte der Passauer Architekt Andreas Schmöller vor, wie er das Gebäude sichern und den eingestürzten Bereich wiederherstellen will. Darüber hinaus stellte er sein Sanierungs- und Nutzungskonzept vor (PNP berichtete mehrfach). Die weitläufigen Räumlichkeiten sollen sowohl Veranstaltungen, Kunst und Kultur beheimaten, als auch Büroflächen in der obersten Etage.

 

Notsanierung kostet insgesamt 290000 Euro

Die Gesamtkosten für besagte Notsicherung, mit der Anfang des Jahres begonnen wurde, belaufen sich auf rund 290 000 Euro. Der größte Teil der Finanzierung ist nun, mit der zusätzlichen Förderung durch den Bezirk, abgedeckt. 230 000 Euro kommen vom Landesamt für Denkmalpflege (BLfD), knapp 29 000 Euro, wie gesagt, vom Bezirk. Den Rest muss der Verein selbst aufbringen. Dafür wurde u.a. eine Crowdfunding-Aktion gestartet, bislang gibt es 20 Unterstützer, die knapp 2000 Euro gespendet haben.

 

Aktuell gibt es folglich noch eine Finanzierungslücke, die allerdings vom Verein notfalls mit tatkräftiger Arbeit geschlossen werden kann. Wie Dieter Hager vom Verein „Projekt Malzfabrik“ und Architekt Schmöller erklären, sei es nämlich für den Verein jederzeit möglich, Eigenleistungen (etwa Zuarbeiten bei der Notsicherungsmaßnahme) einzubringen, die dann verrechnet werden.

Bezirkstagspräsident Heinrich lobte bei seinem Besuch das Engagement des Vereins um Vorsitzende Veronika Zunner Fadhli, heißt es in der Pressemitteilung des Bezirks. Heinrich: „Die Möglichkeiten der Kommunen für solche Projekte sind oft begrenzt. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bürger für den Erhalt von ortsbildprägenden Gebäuden einsetzen. Der ,Malzfabrik-Verein‘ leistet hier eine tolle Arbeit.“

 

Gemeinde lehnte weiteres Förderansuchen ab

Und weiter: „Mit dem Abriss von historischen Gebäuden, auch wenn sie in schlechtem baulichen Zustand sind, geht immer ein Stück Geschichte verloren. Deshalb müssen wir die graue Energie dieser Gebäude erhalten und uns neue Konzepte für deren Nutzung überlegen. Das erfordert viel Einsatz und oft auch große finanzielle Mittel. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich das Engagement lohnt.“

Ein weiteres Förderansuchen des Vereins, das an die Gemeinde gerichtet war, wurde von dieser übrigens abgelehnt (PNP berichtete ebenfalls). In einer Gemeinderatssitzung vergangenen Dezember stimmte das Gremium dagegen, weil es skeptisch ist, ob der Verein – generell gesehen – ausreichend finanzstark ist, das geplante Projekt, also die Generalsanierung des Gebäudes, überhaupt umsetzen zu können.

 

In einem späteren Interview mit der PNP verteidigte Bürgermeister Johann Wagmann (CSU) die Entscheidung: „Wenn sich ein Bauwerk in privater Hand befindet und einerseits zwar langfristig an einen gemeinnützigen Verein verpachtet ist (wie es bei der Malzfabrik der Fall ist; Anm.), andererseits aber ein klares Konzept zur Finanzierung der sich daraus ergebenden laufenden Belastungen fehlt, wird sich an der ablehnenden Haltung der Gemeinde wohl auch in Zukunft nichts ändern.“
 

Quelle: PNP

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Veröffentlichung

Fr, 04. April 2025

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