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Ering Theatergruppe trauert um Gründungsmitglied

Ering. Am Abend stand Arthur Reichenbacher noch auf der Bühne im Eringer Theaterstadl, spielte im Stück "Der Himme wart ned" den Emmeran. Es war das dritte Mal, dass er den Schreinergesellen, der mit einer selbst gebastelten Antenne am Kopf Kontakt zum Jenseits aufnehmen will, verkörperte.

Wegen des großen Erfolgs hätte es noch zwei weitere Aufführungen geben sollen. Doch am Tag nach dieser dritten erreichte die Theatergruppe die traurige Nachricht: Arthur Reichenbacher ist tot, der 70-Jährige starb auf der Heimfahrt vom Theaterstadl.

 

"Theater war sein Leben, er spielte bei fast allen Stücken mit, freute sich, wenn der Saal voll war und auf die nächsten Vorstellungen", sagt Schauspiel-Kollege Gerold Bauer. Er war einer der letzten, die Arthur Reichenbacher in der Nacht auf Samstag noch gesehen haben. "Ich hab am Samstag Geburtstag gehabt, bin 67 Jahre alt geworden. Da haben wir nach der Vorstellung hineingefeiert. Als ich dann nach Mitternacht gegangen bin, waren noch ein paar Besucher des Theaterstücks da – und Arthur. Er hat gesagt, er sperre dann, wenn alle nach Hause gehen, den Theaterstadl zu", berichtet Bauer, der mit seinem Theaterkollegen auch immer wieder mal Regie geführt hat.

 

Reichenbacher war von Beginn an dabei, als man in dem kleinen Ort an der B12 das Theaterspielen angefangen hat. "1975 war das, die Gründung der Theatergruppe selbst war weit später, nämlich erst 1994. Arthur war natürlich Gründungsmitglied", so Bauer.

 

Er erfuhr Samstagvormittag vom Tod seines Freundes, der seine Ehefrau, zwei Söhne und zwei Enkelbuben hinterlässt. "Arthur war mit dem Fahrrad am Weg heim vom Stadl gewesen", sagt Bauer. Nicht weit, eine Strecke von 600 Meter, mit dem Radl zwei Minuten. Doch daheim kam der pensionierte Elektriker nie an. "Er wurde kurz vor seinem Haus Samstagfrüh gefunden."

Für die Theatergruppe war sofort klar: "Wir spielen die weiteren Aufführungen nicht mehr. Arthur hinterlässt eine große Lücke, weil er immer dahinter war, dass was weitergeht", sagt Vorsitzender Thomas Bauer.

 

Die Trauer bei der Theatergruppe war groß. Auf ihrer Facebook-Seite postete sie eine brennende Kerze mit einem Foto, das Arthur Reichenbacher zeigt. Und bei der Urnenbeisetzung am Eringer Friedhof haben seine Schauspiel-Kollegen eine Kerze aufgestellt und angezündet, die auch im Stück "Der Himme wart ned" vorkommt. Darin geht es um den verstorbenen Polizeibeamten Stelzl, der den kurz nach ihm gestorbenen Schreinermeister Bömmerl in den Himmel holen soll. Nach dem Tod von Bömmerl wurde auf der Bühne für ihn eine Kerze angezündet – und genau jene Kerze brannte auch bei der Beisetzung in Gedenken an Arthur Reichenbacher.

 

Wegen des tragischen Todesfalls konnten zwei Aufführungen von "Der Himme wart ned" nicht mehr stattfinden. Die Theatergruppe Ering teilt in diesem Zusammenhang mit: Wer noch Karten für die abgesagten Abende zu Haus hat, kann diese kommenden Sonntag, 20. November, um 18 Uhr im Theaterstadl zurückgeben und bekommt das Eintrittsgeld erstattet. Wer an diesem Tag verhindert ist, kann sich bei Gerold Bauer unter  Telefonnummer 08573/1264 melden.

 

Quelle: PNP

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Veröffentlichung

Sa, 19. November 2022

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Gemeinde Ering

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